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Führte die Riege der Mallorca-Stimmungssänger beim Benefizkonzert «Stars für Mario» an: Rick Arena.
Gladbach. «Überwältigend!» Mario versagt die Stimme: «Ich kann mich nur tausendmal bei Euch allen bedanken.» Die leuchtenden Augen des 17-Jährigen beim Auftritt der ersten Künstler sprechen Bände. Sie werden feucht, als das Team der Uniklinik Aachen die Bühne betritt.«Unsere Engel. Ohne Euch säßen wir heute nicht hier», haucht Marios Vater Siggi mit bewegter Stimme ins Mikrophon. In der bis auf den letzten Platz gefüllten Gladbacher Festhalle brandet beim Benefizkonzert «Stars für Mario» Applaus auf, nicht zum ersten und letzten Mal. 900 Freunde, Nachbarn, aber auch wildfremde Menschen versuchen, dem 17-Jährigen Kraft für den weiteren Lebensweg zu geben.
Und der wird nicht leicht. «Mario hat den Tod besiegt, aber seine Unterschenkel verloren», erinnert Hans-Willi Grau die Besucher an jene Tage Anfang Dezember, die das Leben des Jugendlichen für immer veränderten. Nach einer Meningigitis-Infektion kämpfte der 17-Jährige mit dem Tod. Die Bakterien hatten eine Sepsis ausgelöst. Sein Leben konnten die Ärzte retten, nicht aber seine Unterschenkel, die derart angegriffen waren, dass sie amputiert werden mussten.
Marios Schicksal löste eine Welle der Hilfsbereitschaft aus, die weit über den 700-Seelen-Ort hinausschwappte. Der von Hans-Willi Grau, Hans-Peter Berendes und anderen initiierte Verein «Gladbach hilft» erfuhr eine nie für möglich gehaltene Unterstützung - aus dem Umfeld, von Handwerkern, Vereinen und auch vom Läufer mit der Sammeldose, Peter Borsdorff.
Unzählige Musiker aus dem Kölner Karneval und der Mallorca-Szene erklärten sich spontan bereit, kostenlos aufzutreten, um Geld für Marios Zukunft zu sammeln. Die Idee für ein Benefizkonzert war geboren, das binnen weniger Tage ausverkauft war. «Es ist schön zu sehen, dass so viele Menschen aus nah und fern helfen wollen, dass Mario seinen Weg weiter gehen kann», bedankte sich Bürgermeister Josef Kranz als Schirmherr bei den Besuchern und den Künstlern, die «das Herz am rechten Fleck haben».
Während die «Ruutbach-Fanfaren» und die «Jungen Trompeter», die «3 Colonias», «Kolibris», «Echte Fründe» und Bruce Kapusta, Rick Arena, Tim Toupet, «Libero 5», Buddy, Willi Herren und «Big-Brother-Jürgen» - mit Mario, seiner Familie und den Besuchern eine unvergessliche Party mit großen Gefühlen feierten, zog Hans-Willi Grau eine erste Bilanz. Ohne bereits den genauen Erlös des Abends zu kennen, «haben wir mehr als 30.000 Euro zusammen», darunter allein 7111 Euro, die Peter Borsdorff erlaufen hat. Geld, mit dem der Verein nun den Umbau im Haus der Familie finanzieren will. «Und der Rest fließt zweckgebunden auf ein Konto für Mario, um seinen weiteren Lebensweg zu erleichtern», berichtet Grau, während er sich beim Blick in Marios Augen freut, dass er ungeachtet seines Handicaps mithilfe von Prothesen wieder voller Tatendrang in die Zukunft blickt.
Foto & Text: Jörg Abels / Aachener Zeitung / Sonntag 18.04.2010
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